Krimitour

Ein verlassener Ort irgendwo in der Lüneburger Heide, Freitag, den  21. Oktober 2016

Der erste Mikado-Krimispaziergang fand in Lopau mit 10 voll motivierten Mensch-Hundeteam-Kriminologen statt.
Das Geisterdorf miten in der Lüneburger Heide liegt direkt am Truppenübungsplatz Munster. Das typische norddeutsche Dorf wurde erstmals im Jahr 1293 urkundlich erwähnt. Damals bestand es nur aus drei kleinen Höfen. In erster Linie diente das Anwesen zur Vorführung von Dampfpflügen. Um 1900 zählte das Dorf 123 Einwohner. Dorfmitelpunkt war eine Schule, die auch heute noch erhalten ist. Zu Kriegszeiten verschenkte der Staat dann einen Hof und 40 Hektar Land an einen Gauleiter. Dieser errichtete auf dem Gelände einen privaten Bunker, welcher nur noch teilweise vorhanden ist. 1970 lebten nur noch 62 Menschen in Lopau. Schließlich riss die Bundeswehr 1978 einen großen Hof auf dem Gelände ab.
Anfang der 80er Jahre wurde die Schießbahn 7 des Truppenübungsplatzes Munster Nord gebaut. Damit fiel Lopau in den Sicherheitsbereich und seine Bewohner wurden umgesiedelt. 1980 verlies der letzte Bewohner das Dorf Lopau. Heute dient ein Hof, einer Gruppe von Pfadfindern, als ereinsheim. Das ehemalige Wohnhaus von Waldarbeitern beherbergt nun den Betriebshof der  Bundesforstverwaltung. Die Ortschaftdarf nur betreten werden, wenn die Schranken zum Truppenübungsplatz  geöffnet sind. Die Waldgebiete um das Dort sind sehr Pilzreich. Viele Pilzfreunde kommen jedes Jahr im Herbst hierher und gehen auf große Suche. Am Freitag, den 30. September wurde die Unbekannte im großen See gefunden. Ihr Name war Helen Hägermann. Alle Verdächtien sind heute hier vor Ort und zusammen mit unseren vierbeinigen Spürnasen versuchen wir den Fall der Helen H. zu lösen. Ihr Körper wurde am großen See gefunden - hier beginnt auch unsere Suche....…

War hier evtl. schon ein wichtiges Detail, was uns zum Mörder von Helen H. führt, versteckt?
Nun standen wir mitten in dem verlassenen Ort und bekamen nun unsere neuen Beruf zugeteilt, denn nicht immer ist es der Gärtner gewesen. Bei den Berufen wie intelligente Immobilienmaklerin, athletische Ausnahmesportlerin, heiliger Heilpraktier, gutgelaunter Gärtner...  fühlte man sich leicht wie bei „Schwiegertochter gesucht“. Doch wir waren in einer ernsten Angelegenheit unterwegs, wir suchten den Mörder der Helen H.

Auch wenn das Wetter nicht wirklich auf unserer Seite stand, denn der Himmel war grau in grau und es regnete, ging es vorbei an den leer stehenden Häusern die in der Dämmerung schon etwas unheimlich wirkten, quer über ein Feld führte uns der Weg Richtung Fundort der Leiche im See… Als wir über das Feld gegangen sind schaute man schon einmal nach links und rechts, denn wir waren mitten im Wolfsgebiet auf dem Truppenübungsplatz in Munster. Der Leichenfundort war ein kleiner Steg an einem mystisch wirkenden See. Einige Meter weiter gab es dann einen der ersten Hinweise auf den Mörder, jedoch musste dieser Hinweis von einem Nasenbegabten Hund aufgespürt werden und lautete „TETARIEHREV TSI REDRÖM RED“ prompt gingen die Blicke zu den Händen der Kriminologen und jeder schaute sich seine Kollegen noch einmal gaaanz genau an. Einen ganz kleinen Hinweis am Rande, den kaum einer wahr nahm, wurde vielen Kriminologen am Ende zum Verhängnis, denn Yvonne rief einer Mitspielerin die am anderen Ende stand ganz unvermittelt zu „Wir beide sind ja noch nicht verheiratet“. Der Weg führte uns weiter durch den immer dunkler werdenden Wald zu den nächsten wichtigen Hinweisen die teilweise als Gruppe erarbeitet werden mussten oder teilweise auch für sich selbst alleine.

Das erarbeiten der Hinweise wurde einem natürlich auch nicht einfach gemacht denn für einen Hinweis wie z.B. „Der Mörder ist ein Ersthundebesitzer“ mussten die Hunde Slalom zwischen Herrchens/Frauchens Beine laufen während dieser ein rohes Ei auf einem Esslöffel transportieren musste. Ein Hinweis wie „Der Mörder ist xy“ lies den Kreis der Verdächtigen schnell weiter schrumpfen genauso wie „Der Mörder hat viel mit Menschen zu tun“ , denn wir mussten ja auch alle unsere neuen Berufe berücksichtigen. Aber einen der Ausschlaggebenden Hinweise bekam man nur wenn man auch schon am Anfang des Falles aufgepasst hatte und die folgende Frage richtig beantworten konnte: Wann verlies der letzte Mensch Lopau? (1980) Mit der richtigen Antwort bekam man den heißen Tipp „Der Mörder ist Besitzer eines schwarzen Hundes“ und davon waren nur drei mit unterwegs… Trotzdem haben 80 % der Kriminologen den falschen Herren unter uns verdächtigt, nämlich den der nicht verheiratet ist…

Allen im allen war es ein super Krimispaziergang mit ganz viel Denksport und ordentlich Spaß.

Julia und Max mit Mücke